Ganterschwil, Äwil (Transkription Nr. 1146)

Schulorte Ganterschwil, Äwil
Konfession der Orte: Gemischt konfessionell
Signatur der Quelle: BAR B0 1000/1483, Nr. 1458, fol. 325-325v
Standort: Bundesarchiv Bern
Kanton 1799: Säntis
Distrikt 1799: Flawil
Agentschaft 1799: Ganterschwil
Kirchgemeinde 1799: Ganterschwil
Ort/Herrschaft 1750: Fürstabtei St. Gallen
Kanton 2015: St. Gallen
Gemeinde 2015: Bütschwil-Ganterschwil
In dieser Quelle werden folgende 2 Schulen erwähnt:

Freyheit Gleichheit
Fragen über den Zustand der schulen an den Minister der Künste und Wißenschafften

I. Lokal-Verhältnisse.
I.1Name des Ortes, wo die Schule ist.

Ganterschwyl und ¢1979¢¢ Äwyl ¢/1979¢¢

I.1.aIst es ein Stadt, Flecken, Dorf, Weiler, Hof?

das erstere ist ein Dorff, ¢1979¢¢ das zweyte ein Weiler, ¢/1979¢¢

I.1.bIst es eine eigene Gemeinde? Oder zu welcher Gemeinde gehört er?

Beyde gehören zur Catholischen Kirchen gemeind, und Agentschafft Ganterschwyl, so in District Flawyl und Canton Sentis ligt.

I.1.cZu welcher Kirchgemeinde (Agentschaft)?
I.1.dIn welchem Distrikt?
I.1.eIn welchen Kanton gehörig?
I.2Entfernung der zum Schulbezirk gehörigen Häuser. In Viertelstunden.

Alle haben das Recht so die gantze Catholische Pfarrgemeind bewohnen, die schul zu ganterschwyl zu besuchen, und hätten die entferntesten eine ringe Stund, vor einigen Jahren aber erhielte die in dem Weiler Äwyl eine Stifftung, und von selber Zeit besuchen die Kinder von dem obern Theil der gemeind als Äwyl bühl, Bruderhalden, Brudertobel, Wittiswys und obergeißberg die schul zu Äwyl,

I.3Namen der zum Schulbezirk gehörigen Dörfer, Weiler, Höfe.

der untere Theil aber zu dem auch Bleicken gehörte besuchen die schul zu ganterschwyl, und hierzu kommen annoch die Kinder, von Hengarten, Antzenwyl, Berg, und Halden, von den erstern sowohl als den letztern örtern haben die Kinder eine halbe Stund in die schul.

I.3.aZu jedem wird die Entfernung vom Schulorte, und
I.3.bdie Zahl der Schulkinder, die daher kommen, gesetzt.
I.4Entfernung der benachbarten Schulen auf eine Stunde im Umkreise.
I.4.aIhre Namen.

Die schulen im umkreiß von der hießigen seynd mehr als eine Stund entfernet.

I.4.bDie Entfernung eines jeden.
II.10Sind die Kinder in Klassen geteilt?

Könen nicht wegen Kürze der daur in claßen eingetheilt werden.

II. Unterricht.
II.5Was wird in der Schule gelehrt?

Leßen und sehr wenig schreiben.

II.6Werden die Schulen nur im Winter gehalten? Wie lange?

Die schulen seynd im winter.

II.7Schulbücher, welche sind eingeführt?

jene schulbüchlein so zu St: gallen getrukt und deßen Cathecismen.

II.8Vorschriften, wie wird es mit diesen gehalten?

Mit den Vorschrifften ist es schlecht bestelt, da die schulmeister selbsten unregelmäßig und schlecht schreiben.

II.9Wie lange dauert täglich die Schule?

Die schul dauret Vormittags 3 Stund, Nachmittags 2 Stund.

III. Personal-Verhältnisse.
III.11Schullehrer.
III.11.aWer hat bisher den Schulmeister bestellt? Auf welche Weise?

||[Seite 2] a. den im Dorff ganterschwyl als der Meßmer zugleich, bestättet alle 2 Jahr die Kirchen gemeind. ¢1979¢¢ den zu Äwyl alle Jahr die Hausväter ganz allein. ¢/1979¢¢

III.11.bWie heißt er?

Den im Dorff ganterschwyl heißt gallus antonius Jßener ist 49. Jahr alt, hat 5 Kinder, ist 18 Jahr schullehrer, und vorhero im Dorff und spinte, so wie er jetz neben der schule annoch spint.
¢1979¢¢ Der zu äwyl heißt Conrad Mayer 40 Jahr alt, war vor der Stifftung diser schul in der gemeind, hat Keine kinder ware ein Weber, so wie er neben der schul es noch anjetzo ist ¢/1979¢¢

III.11.cWo ist er her?
III.11.dWie alt?
III.11.eHat er Familie? Wie viele Kinder?
III.11.fWie lang ist er Schullehrer?
III.11.gWo ist er vorher gewesen? Was hatte er vorher für einen Beruf?
III.11.hHat er jetzt noch neben dem Lehramte andere Verrichtungen? Welche?
III.12Schulkinder. Wie viele Kinder besuchen überhaupt die Schule?

in jeder schul könten 20 kinder seyn, wen sie erscheinten, aber Mangel an Nahrung und Kleidern halteten die mehrsten zurück.

III.12.aIm Winter. (Knaben/Mädchen)
III.12.bIm Sommer. (Knaben/Mädchen)
IV. Ökonomische Verhältnisse.
IV.13Schulfonds (Schulstiftung)
IV.13.aIst dergleichen vorhanden?

eigne schulstifftung hat die schul zu ganterschwyl keine, sondern aus der Capell Stifftung von Brudertobel, werden dem schulmeister jährlich 10 fl. bezalt, und hierfür hielt er 10 Wochen schul.
¢1979¢¢ Die schul zu Äwyl hat 150 fl. Stifftung von dem jährlichen Zinß er 8 Wochen schul helt. ¢/1979¢¢

IV.13.bWie stark ist er?
IV.13.cWoher fließen seine Einkünfte?
IV.13.dIst er etwa mit dem Kirchen- oder Armengut vereinigt?
IV.14Schulgeld. Ist eines eingeführt? Welches?

schulgeld wird in beyden schulen von den eltern keines bezalt.

IV.15Schulhaus.

in ganterschwyl wird sie in dem dasigen Meßmer Hauß gehalten, weil der Meßmer schulmeister ist.
¢1979¢¢ in Äwyl wird sie in jenem Hauß gehalten, der sie freywillig auffnimmt. ¢/1979¢¢

IV.15.aDessen Zustand, neu oder baufällig?
IV.15.bOder ist nur eine Schulstube da? In welchem Gebäude?
IV.15.cOder erhält der Lehrer, in Ermangelung einer Schulstube Hauszins? Wie viel?
IV.15.dWer muß für die Schulwohnung sorgen, und selbige im baulichen Stande erhalten?
IV.16Einkommen des Schullehrers.
IV.16.AAn Geld, Getreide, Wein, Holz etc.
IV.16.BAus welchen Quellen? aus
IV.16.B.aabgeschaffenen Lehngefällen (Zehnten, Grundzinsen etc.)?
IV.16.B.bSchulgeldern?
IV.16.B.cStiftungen?
IV.16.B.dGemeindekassen?
IV.16.B.eKirchengütern?
IV.16.B.fZusammengelegten Geldern der Hausväter?
IV.16.B.gLiegenden Gründen?
IV.16.B.hFonds? Welchen? (Kapitalien)
Bemerkungen
Schlussbemerkungen des Schreibers

Übrigens hätten Der Pfarrer eine beßere Einrichtung der schule schon längsten bewürcket, allein in der gantzen Gemeind ist kein taugliches Subject hierzu, und für auswerthige ist der gehalt zu Klein.

Unterschrift

Zitierempfehlung: